BdP Stamm Luchs


Pfadfinder Gossersweiler-Stein

26Aug

Erster Zeitungsartikel


Wir waren in der Zeitung !


Artikel Luchs
20Jun

Lehm & Stroh und Lehm


Das Lehmmatschen geht weiter, wenn auch in kleinerer Besetzung. Die Gesellen sind alle weg und wegen des verlängerten Wochenendes sind wohl alle auf Fahrt und nicht auf der Ludwigstein.
Immer noch auf der Hut vor der gemeinen hinterhältigen nordhessischen Vogelspinne (universalis malus septentrionalis Hassia Theraphosidae) machen wir uns mit Lehmeimern bewaffnet auf den Weg zur Rückwand – jeden Tag – eine Woche lang – auch am Feiertag. Und wer motz bekommt direkt „mit dem Latthammer zwischen die Augen“.
Zwischen dem Verputzen und Ausbessern wurde noch der ein oder andere Strohballen eingebaut, gestopft und dann natürlich mit Lehm beschmiert. Die Arbeit war sehr abwechslungsreich: mal Stroh stopfen, Lehm schlämmen, an den geschlämmten Feldern Stroh stopfen, Löcher im Lehm ausbessern, Stroh stopfen auf der Südseite, Lehmputz ausbessern auf der Nordseite… Das Wetter sorgte ebenfalls für Abwechslung. Teilweise standen wir im feinen Sprühregen, verursacht von dem Platzregen der am Gerüst abprallte, teilweise stopften wir Stroh mit Juja auf der Südseite oder schwitzten beim Lehmputzausbessern auf der kalten Nordseite trotz kurzer Hosen und T-Shirt. Am Ender der Woche war es dann soweit: die Rückwand ist fertig verputzt!
Die letzten Ballen Stroh wurden von uns gesetzt, gestopft, geschlämmt, ausgebessert, nochmals ausgebessert, die vertikalen Balken für die darauf aufbauende Konstruktion freigekratzt und die entstandenen Löcher mit Lehm nochmals ausgebessert. Da bei dem ganzen Verputzen soviel Lehm danebengefallen war hieß es nun: Lehm sammeln. Da wir ja die ganze Woche so wenig im Lehm gematscht hatten gings nun noch mal richtig los. Lehm-Stroh-Klumpen aufsammeln, mit der Schubkarre vor den Enno fahren , in großen Bottichen mit Wasser einweichen und zwischendurch gut durchkneten. Stroh und überschüssiges Wasser abschöpfen und schon hat man neue Lehmschlämme. Nach der Lehmgewinnung war dann Schluss für diese Woche. Nur noch das Gerüst von Lehm befreien, abkehren, Fenster putzen (ja, Kafe hat wirklich Fenster geputzt) und fertig! Feierabend!

Es hat malwieder richtig Spaß gemacht auf der Ludwigstein, eine ganze Woche im Dreck matschen dürfen.
Ich werde wiederkommen!


Ludwigstein
10Apr

Bauwochenende auf der Burg Ludwigstein


Anfahrt
Toll wir gehen Burg bauen! Aber…wie baut man eine Burg? Auf der Hinfahrt hatte ich ja 6 Stunden Zeit mir darüber gedanken zu machen. Wie soll das gehen? Ich bin ja Handwerklich nicht gerade ungeschickt, aber ein Haus bauen? Nein, damit wäre ich hoffnungslos überfordert…und es gibt genug Leute die noch wesentlich schlechter mit Werkzeug umgehen können als ich. Das kann ja heiter werden.
Freitagnachmittag ging es los. Das war also unsere groß geplante Ranger-Rover-Fahrt, RRs waren es zwar nur zwei aber egal: der Stammesführer und ich. Zu uns gesellten sich noch zwei Pfadis und ein Zugvogel aus Frankfurt. Um 16 Uhr war Abfahrt, Zille wurde per SMS informiert das wir in ungefähr zwei Stunden in Frankfurt sind -naja zumindest geplant hatten dort zu sein- dann ging es los. Der Kofferraum war auch jetzt, mit Gepäck von nur 4 Leuten schon sehr voll. Die Pfadis hatten beide von Mama vollgepackte Rucksäcke und dazu noch eine Gitalele. Ich möchte gar nicht wissen was in diesen Rucksäcken alles war, aber ich vermute es hätte für eine 3-Wochen Fahrt mit Selbstverpflegung gereicht. Zu den zwei Rucksäcken und der Gitalele gesellten sich noch meine und Ollis Gitarren, dazu eine Isomatte, ein Schlafsack, ein Affe , einige Felle und was ansonsten noch so bei Olli im Auto rumfliegt. Bis Frankfurt war es trotzdem, bis auf die hohen Temperaturen, noch recht bequem auszuhalten. Natürlich kamen wir danke Stau viel zu spät in Frankfurt am Flughafen, wo wir Zille abholen sollten, an. Aber wozu gibt es denn die tolle neue Technik wie zum Beispiel SMS. Zille hatte ebenfalls Verspätung , ging dann wollte noch „Arbeiterblut“ trinken und stand dann halt bis wir kamen noch etwas in der Sonne herum – zwischen den in der 3 Reihe parkenden Taxis. Also schnell an die Seite rangefahren, ich nach hinten zu den Jungs, der 2-Meter-Kerl Zille nach vorne. Kein Problem - hätten wir da jetzt nicht noch einen weiteren riesen Wanderrucksack zu verstauen. Also Gitarren raus ausm Kofferraum, Rucksack rein. Die Gitarren wurden dann irgendwo im Fahrgastraum verstaut, man konnte sich keinen Millimeter mehr bewegen. Was solls wir hatten ja nur noch zwei Stunden und 200km in dieser Position auszuharren. Aus den 2 Stunden wurden dank eines umgekippten Lasters 3 oder 4…
Die Tage vor dem Bauwochenende hoffte ich auf gutes Wetter. Während der Hinfahrt wurde mir mein Fehler bewusst. Ein vollgepackter Golf mit 5 Personen im Stau ist ja schon unbequem. Aber wenn die Sonne das Auto so langsam aber sicher in eine Sauna verwandelt wird’s richtig ungemütlich. Zum bauen war dieses Wetter, in Kombination mit dem Wind der auf der Burg anscheinend immer weht, super – Wir sind alle total braun (naja, manche auch zuersteinmal rot) geworden.

Ankunft
Irgendwann gegen 10 Uhr kamen wir etwas zerknittert und hungrig von der Fahrt auf der Burg an und wurden trotz der späten Stunde noch herzlich von Papagena empfangen. Große Überraschung, sie hatte sogar ein Zimmer für uns (na toll – 4x Schlafsäcke und Isomatte umsonst ins Auto gequetscht). Die Betten waren echt bequem, für Olli vielleicht etwas zu kurz aber auf jeden Fall sehr vielmehr Komfort als wir erwartet hatten. Also schnell Gepäck auf die Betten geschmissen, Gitarre geschnappt und ab in den Speisesaal. Nächste Überraschung, es gab sogar noch was zu futtern. Schon beim Ansingen vor dem Essen stimmten ganz spontan die djo-ler von Nachbartisch mit ein. Nach dem Essen setzten wir uns dann mit ihnen ans Feuer das in dem großen Kamin im Speisesaal entfacht wurde und sangen bis 3 Uhr den nächsten morgen. Zu uns gesellten sich auch noch Wandervögel, Meike (unsere Architektin, was ich aber erst Morgen danach erfahren sollte), Tofu und einige andere.

Erster Arbeitstag
Samstagmorgens ungefähr 7 Uhr – es ist hell und ich bin natürlich wach, nach noch nicht mal vier Stunden Schlaf. Noch kurz im Bett rumgedrückt bis um kurz vor halb acht dann Ollis Wecker klingelte. Ich habe nichts dagegen von Kirchenglocken aus dem Schlaf geholt zu werden aber doch bitte nicht von Kirchenglocken imitiert von einem IPhone!
Also Raus aus den Federn und Frühstücken. Das Buffet hier fing an mir zu gefallen, sogar Körnerbrötchen, Gemüsesticks und vegetarische Brotaufstriche – super!
Um acht war dann die Einweisung auf der Baustelle mit 28 Leuten. Meike, Kafe, Tofu, ein halber Stamm BdP-ler aus Marburg, Zille und wir 4 vom BdP Luchs. Zu uns gesellten sich dann noch Papagena ,die Amerikaner und ein paar andere.
Wenn man von der Burg aus nach unten auf die Baustelle blickte, wirkte das Gebäude recht klein. Auf dem Weg nach Unten schien das Gebäude immer größer zu werden und die Türöffnungen, die ich als normalgroß eingeschätzt hatte waren plötzlich fast vier Meter hoch. Ein beeindruckendes Gebäude, und fast alles in freiwilligen Arbeitseinsätzen erbaut!
Nach der Einweisung war mir dann doch etwas mulmig zumute… Achtung Kreissäge, Vorsicht Mörtelstaub, Helm aufsetzen, Ohrenschutz tragen, Handschuhe anziehen, schwere Maschinen dürfen nur von denen Bedient werden die dies gelernt haben….
Aber egal, wir packen das, es gibt bestimmt auch noch genug für uns Laien zu tun – Und das gab es!
Schnell die Gruppen eingeteilt, die starken Männer mussten unter Leitung von Tofu und Kafe Fenster einbauen. Ich kam zu 3 BdP-lern aus Marburg, wir mussten Bretter vor die Bereits eingebauten Fenster nageln, nur zur Sicherheit, das bei den Weiteren Arbeiten nicht aus versehen ein Fenster eingeschlagen wird. Bei dieser Aufgabe lernte ich die Vorteile eines Zimmermannshammers zu schätzen. Das nageln geht mit Nagelheber und Magnethalter wesentlich besser als mit einem Fäustel. Diese Arbeit war recht schnell abgeschlossen, doch es gab ja noch soviel mehr zu tun.
Wir 2 Mädels wurden nun zum Hohlkehlen spachteln abkommandiert. Einweisung gab es von unseren Sipplingen, die das eben schon in einem anderen Raum gemacht hatten. Also Raum fegen – wegen des Staubs schnell einen Mundschutz besorgen - Mörtel anrühren und ab in die Ecken damit. Dann der nächste Raum: fegen, Mörtel anrühren, Hohlkehlen ziehen. Das ganze an der Sonnenabgewandten Seite im Keller. Nach dieser Aktion war ich komplett durchgefroren , hatte von der Kälte richtig steife Hände und am nächsten tag auch noch Muskelkater vom vielen in der Hocke herumkriechen.
Nun gings in die Sonne, aufräumen und Werkzeug säubern, währenddessen kämpften die Männer immer noch mit ihrem Fenster.
Dann - endlich – der Ruf „Mittagessen!“ – Wir hatten alle mords Hunger. Nach dem Essen noch ein halbes Stündchen in der Sonne gesessen und die Schokoladenvorräte der Marburger dezimiert. Ich bin mir ziehmlich sicher, dass sie auf der Herfahrt eine Schokoladenfabrik überfallen hatten.
Nach der Pause ging es weiter. Styroporplatten auslegen und Bewehrungen rödeln. Die Männer nahmen den Kampf mit den Fenstern wieder auf. Danach ging es weiter mit Decken grundieren, Betonkosmetik und immer noch Fenster einbauen.
Irgendwann nach 6 Uhr wurde so langsam begonnen aufzuräumen. Um 7 Uhr war dann Arbeitsschluss. Nach einer kurzen Dusche traf man sich wieder an den Tischtennisplatten spielte eine Runde und begutachtete den Sonnenbrand den sich fast jeder bei dem tollen Wetter geholt hatte.
Nach Einbruch der Dämmerung wurde ein Feuer entfacht und bis tief in die Nacht gesungen und Erzählt – an Schlaf war nicht zu denken.

Zweiter Arbeitstag
Am nächsten morgen 8acht Uhr, treffen auf der Baustelle. Also spätestens halb acht aufstehen was sogar allen die noch geblieben waren gelang. Frühstücken und ab auf den Bau. Die Gruppe war etwas dezimiert da die Marburger schon am Abreisen waren. Noch mal eine Kurzeinweisung – heute soll Betoniert werden – und los geht’s!
Die Stütze der Bewehrung von gestern war irgendwie auf die falsche Seite geraten, also ab das Ding und neu dranrödeln (ich mag dieses Wort, ich kannte es bis jetzt nur als so was wie „sinnlos vor sich hinarbeiten“). Nachdem die Letzte Bewehrung für die Stützen fertig gestellt war wurden kleine und große „Sternchen“ ,zum Abstandhalten zur Styropordämmung ,an die Bewehrungen geklickt. Die Stahlgeflechte kamen nun an die genau berechneten Stellen, wurden ausgerichtet und die Verschalung aufgebaut.
Dann ging es ans Betonieren. Wasserschlauch legen, Betonmischer herfahren, Eimer, Schaufeln und Betonverflüssiger zusammensuchen und Estrichsäcke herbeikarren. Beim verlegen des Starkstromkabels und anschließen des Betonmischers musste ich feststellen, dass das Ding keinen Ausschalter besitzt und sofort losläuft, sobald man den Stecker einsteckt. Nachdem der erste Schreck überwunden war blieb der Stecker eben draußen bis er wirklich gebraucht wurde – wieder was gelernt.
Die Männer fingen an Beton zu mischen, schütteten den fertigen in eine Schubkarre und verteilen die Masse dann auf die Eimer, die wir zu den jeweiligen Bewehrungen schleppten. Unsere 2 Jungs stampften den Beton mit Holzlatten fest. Nach 30x40kg Säcken (laut Olli waren es so viele) waren alle 3 Stützen mit Beton aufgefüllt und auch schon wieder fast der ganze Vormittag vorbei. Noch die Stützen mit Folie abdecken, sonst trocknen sie zu schnell in der Sonne und bekommen Risse, dann ging es auch schon wieder ans Aufräumen. Müllsäcke wegtragen, Kehren, Wasserflaschen einsammeln, die ganzen Werkzeuge wegräumen und natürlich alles vom Beton reinigen. Wir begutachteten noch schnell unsere Erfolge, dann gab es Mittagessen. Nach gemütlichem Beisammensitzen in der Sonne mussten wir auch schon alles zusammenpacken und uns auf den Weg machen, schließlich lagen noch mindestens 4 Stunden Fahrzeit vor uns.

Abfahrt
Das Gepäck steht abreisefertig auf dem Hof, aber halt – bevor wir gehen müssen wir unbedingt noch auf den Turm. Nach dieser kleinen Burgführung mussten wir uns schweren Herzens verabschieden und nach Hause zu unsren mehr oder weniger langweiligen Bürojobs oder Schulstunden zurückkehren.
Auf dem Weg zum Auto kam uns Kurt „Kuddel“ Seidel entgegen und drückte uns noch eine Ausgabe seines Buches „(M)ein Leben für die Jugend in die Hand – Nochmals vielen Dank dafür!
Der Heimweg war fast genauso „gemütlich“ wie der Hinweg. Wir hatten etwas mehr Zeit zum Kofferraum einräumen so das die Gitarre, die sich auf dem Hinweg in meinen Fuß gebohrt hat, diesmal auch noch in den Kofferraum passte. Die Temperaturen waren allerdings ähnlich unangenehm wie bei der Anreise. Es war eine ruhige Fahrt, kein Stau, die Jungs schliefen und wir unterhielten uns ein wenig, wir waren alle recht kaputt und müde.
Alles in allem ein sehr erfolgreiches Wochenende mit tollen Leuten und super Wetter - es hat allen gefallen und anscheinend einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die weite Fahrt von der Pfalz hierher hat sich gelohnt - Wir würden alle gerne wiederkommen!

Ludwigstein






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